Brustgeschirr versus Halsband

Seit einigen Jahren kristallisiert sich eine Tendenz zum Brustgeschirr
beim Hund heraus
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Silas_Geschirr1

 

Silas_Halsband1

 

 

 

 

 

 

Handelt es sich hierbei um eine reine Modeerscheinung, die nicht unbedingt mitgemacht werden muss oder hat der Gebrauch des Brustgeschirrs einen tieferen Sinn?

Diese Frage wird heiß diskutiert und auch unter Hundeschulen, Trainern und Hundepsychologen gibt es unterschiedliche Ansichten darüber.

Wir sind der Frage nachgegangen und stellen im Folgenden unser Ergebnis vor:

Freilich kann ein Hund, der NIE (!!!) an der Leine zieht, ein Halsband tragen. Aber ein Hund, der nicht absolut und IMMER zu 100 % locker an der Leine geht, sondern auch mal zieht, wenn er einen Artgenossen sieht oder was interessantes in der Nase hat, sollte unbedingt ein Brustgeschirr tragen.

Warum ist das so wichtig?

Um die ganze Auswirkung des Tragens von Halsbändern zu verstehen, muss man sich den Bewegungsablauf des Hundes verdeutlichen: die Halswirbelsäule ist einer der empfindlichsten Bereiche des ganzen Körpers. Die Schubkraft beim Hund wird über den Rücken von hinten nach vorne übertragen, was ihn sehr anfällig macht für Störungen seines Bewegungsapparates. Verspannungen in diesen Bereich führen zu Kopf-/Rückenschmerzen und Schwindel.

Beim Tragen des Halsbandes spannt das Tier seine Halsmuskulatur an, um die inneren Organe schützen zu können, was zu enormen Verspannungen der Rückenmuskulatur führt. Kehlkopfquetschungen sind in diesem Zusammenhang leider keine Seltenheit. Auch die Schilddrüsen werden beeinträchtigt.

Der Druck des Halsbandes – egal wie breit es auch ist – beeinträchtigt nicht nur die Wirbelsäule, sondern auch den Kehlkopf und die oberen Atemwege.

„Die Luftröhre und der Kehlkopf eins Tieres sind nicht dazu gemacht, um es daran zu führen. Durch ein Halsband können diese geschädigt werden, die Halswirbel können beschädigt werden, was bis zum Bandscheibenvorfall gehen kann, und die Blutzufuhr zum Hirn kann sogar kurzfristig unterbrochen werden. Ebenso steigt der Augeninnendruck.“ aus: Eva Windisch „Mit Hunden sein II“

Neben dem gesundheitlichen Aspekt lassen sich auch Verhaltensauffälligkeiten auf das Tragen eines Halsbandes zurückführen.

Studien haben mehrfach belegt, dass mit Druck auf den Hals aggressives Verhalten ausgelöst und bereits vorhandenes verstärkt wird.

Der Zug am Halsband verändert die Körpersprache des Hundes. Durch das Führen am Halsbereich wird der Hund in seinem Verhalten stark eingeschränkt und reagiert aggressiv. Die Leinenaggression lässt sich vielfach auf das Halsband zurückführen.

Leinenzieher versuchen, dem Druck des Halsbandes zu entkommen und ziehen vermehrt nach vorne. So entsteht ein Circulus vitiosus, der nur schwer wieder zu durchbrechen ist.

Leider hält sich auch unter sog. „Fachleuten“ hartnäckig das Gerücht, man könne einen Hund nur mit Leinendruck (oder auch „Leinenruck“) erziehen.


Der Rat vieler Trainer, den Leinenzieher nur mit einem Halsband richtig führen zu können, ist schlichtweg falsch!

 

 Unser Fazit: Wer seinen Hund liebt UND einen verantwortungsvollen Umgang mit ihm pflegt, kommt an einem gutsitzenden Brustgeschirr nicht vorbei!

 Wir empfehlen zum Nachlesen:

http://www.freedogz.be/equipment/image/data/pdfs/posters_web_DE.pdf

http://www.animal-learn.de/images/tipps/Brustgeschirr.pdf

(Text: Christine Strack)