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SCHÄCHTEN – Der Tod durch Verbluten OHNE Betäubung !!!
[Tierschutz versus Religionsfreiheit]

Schächten

In Neuss (NRW) plant man Deutschlands größtes Schächt-Schlachthaus noch im März 2016 zu eröffnen – daher hier die sachliche Erklärung warum man sich als empathischer Mensch dagegen verwehren muss:Sowohl im Islam wie auch im Judentum ist der Verzehr von Blut verboten, entsprechend gilt nur unblutiges Fleisch als rein.

Um dies zu gewährleisten werden den zu tötenden Tieren mit einem einzigen sauberen Schnitt die Halsschlagadern durchtrennt um den raschen Todeseintritt durch Verbluten herbeizuführen.

Im absolut tierschutzrelevanten Unterschied zur kommerziell westlichen Schlachtmethode werden die Tiere vor dem tödlichen Schnitt NICHT betäubt! Das bedeutet, dass ihnen bei vollem Bewusstsein Hauptblutgefäße sowie Luft- und Speiseröhre durchtrennt werden.

Der Grund dafür liegt in den religiösen Ansichten begraben, dass Tiere beim Schnitt körperlich unversehrt und bewusstseinsklar sein müssen um den Eigenschaften ‘halal’ (Islam) oder ‘koscher’ (Judentum) gerecht zu werden. Daher dürfen bei der rituellen Schächtung keine betäubenden Maßnahmen wie Bolzenschuss o.ä. Maßnahmen angewendet werden.

Zum Bolzenschuss möchte ich kurz klarstellen, dass er entgegen der allgemeinen Kenntnis korrekt durchgeführt NICHT zur Tötung eingesetzt wird. Er dient einzig und allein der BETÄUBUNG (Dauer des Vorgangs: ca. 2ms) VOR der Entblutung und damit dem Tode.

Es gibt Quellen, die davon ausgehen, dass Rinder (theoretisch) bei einer Schächtung innerhalb von 10-14 Sekunden nach dem Schnitt kollabieren sollen.
Die Realität zeigt leider ein komplett anderes Bild: Tiere, die auch noch nach 6 Minuten (!!!) versuchen aufzustehen und panisch nach Luft ringen.

DER GRUND:
Im Gegensatz zu beispielsweise Schweinen oder auch Menschen erfolgt die Blutversorgung des Hirns beim Rind über das sogenannte Rete mirabile epidurale rostrale – das bedeutet, dass sich die Arterienwände nach Durchschnitt der großen Hauptschlagadern (Carotisarterien) zusammenziehen und die Blutversorgung des Hirns über die in der Wirbelsäule verlaufenden Vertebralarterien weiterhin aufrecht erhalten wird. Dadurch quälen sie sich viel viel länger nach dem Kehlschnitt!

Zu dieser Erkenntnis kamen schon die Wissenschaftler Blackmore und Newhook: So vermuteten sie 1982 den Grund hierfür in der Versorgung durch die Vertebralarterien.
Eine Studie aus dem Jahre 1989 von Kallweit kam zusätzlich zu dem Schluss, dass die Blutversorgung des Hirns von Rindern über die Vertebralarterien mit dem Alter des Tieres sogar noch zunimmt – das bedeutet je älter das Tier desto länger das Leiden.

Deshalb krepieren geschächtete Rinder langsam und qualvoll!

In Schweden, den Niederlanden und Dänemark herrscht ein rigoroses Schächt-Verbot – ohne jedwede Ausnahme! Damit stellt man dort den Tierschutz eindeutig über das Ausleben der Religionsfreiheit.

Natürlich bringt solch eine klare Ansage deutlich mehr Struktur in solche Diskussionen als es hierzulande geschieht. Man möchte schließlich immer allem und jedem gerecht werden und tolerant sein. Aber natürlich geht das in diesem Falle nicht – man kann Tiere nicht tierschutzkonform rituell korrekt schächten!
Dafür gäbe es aber KOMPROMISSE…

Ein in meinen Augen fauler Kompromiss war das sogenannte im Jahre 2002 gefällte ‘Schächturteil’, welches sinngemäß im Kern gestattet das Tierschutzrecht auf Antrag mit Füßen zu treten.

Da eine Betäubung mittels Bolzenschuss die körperliche Unversehrtheit, wie oben bereits erwähnt, ausschließen würde steht sie für religiöse Schächtungen nicht zur Debatte.
Jedoch praktizieren jüdische Gemeinschaften in Österreich sowie außerhalb Europas schon seit Längerem eine Elektro-Kurzzeit-Betäubung mittels Elektrozange direkt im Anschluss an den Schnitt – somit wird den Geboten der Halacha (Jüdisches Religionsgesetz) entsprochen und den Tieren unnötiges Leid erspart [Quelle: Initiative Jüdischer Tierschutz].

Somit bin ich der Meinung, dass es langsam an der Zeit ist darüber nachzudenken das betäubungsLOSE Schlachten = Schächten grundsätzlich zu verbieten! Ausnahmslos. Vielleicht liest ja jemand mit, der tatsächlich was bewirken kann…

Es gibt vernünftige Alternativen – die Obrige ist nur eine Möglichkeit…
Neben dem Vegetarismus oder Veganismus!?!

Ich habe bewusst auf historische Quellen bzw. Verweise auf Koran, Bibel oder Talmud verzichtet da es in meinen Augen unerheblich ist auf wessen Geheiß man Tiere quälen sollte oder auch nicht!

Ach ja, dieser Artikel dient einzig und allein dem Tierschutz – PUNKT und BASTA!
In meinen Augen hat in unserer Welt religiöse Schächtung genauso wenig verloren wie Rassismus, Terrorismus oder ähnlicher Abschaum.

(Quelle: Tierarztpraxis Dr. Elke Jonigkeit, Olpener Straße 25, 51766 Engelskirchen, www.tierarzt-jonigkeit.de

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