Ein modernes St. Martin-Märchen

- ein modernes St. Martin- Märchen

Warum ein Mantel manchmal auch ein Pullover sein kann
- ein modernes St. Martin-Märchen.

Ein riesiges Dankeschön an Tierisch Grenzenlos e.V.! https://www.facebook.com/tierschutzverein/


Wenn man an einem feuchtfieskalten Novemberabend wie gestern auf dem möglichst schnellen Weg ins warme Zuhause auf einen völlig verstörten und offensichtlich herrenlosen Hund trifft, überlegt man schon einen Moment, was man am besten macht. Richtig macht. Und in welcher Reihenfolge.

Erstmal zureden, einfangen, weg von den Autos, die ihn im Dunkel gerade um ein Haar überrollten – klar. Und nu? Im Tierheim ist keiner mehr, bei der Polizei erstmal nur ne Warteschleife…
Glücklich kann sich schätzen, wer dann an einen Tierschutzverein wie diesen gerät. Binnen 20 Minuten ist jemand vom Team vor Ort, ausgerüstet mit beispielloser Hilfsbereitschaft, Transportbox und Chiplesegerät für die Abfrage imTasso-Zentralregister. Erst frieren wir alle eine Runde gemeinsam, immer noch in der Hoffnung, das zugehörige Herrchen oder Frauchen ganz in der Nähe und sicher verzweifelnd suchend anzutreffen.
Dann darf der Ausreißer im vorgewärmten Auto warten, während alle Hebel in Gang gesetzt werden – Tasso wird kontaktiert, das Netzwerk aktiviert, Bilder von der Fellnase für den Facebook-Aufruf werden geschossen, die Fundmeldung bei der Polizei wird abgesetzt. Dabei immer im Fokus: Den kleinen strubbligen Racker wieder auf schnellstem Weg zurück ins sein Zuhause bringen, möglichst ohne Umweg über Tierheim & Co..
Durch das Zusammenwirken vieler kleiner Aktivitäten, Kräfte und Ideen gelingt schließlich genau das: Toni, 6, aus Überzeugung Rauhaardackel, der an diesem Abend unerwartet wagemutig einen Solo-Ausflug unternahm, ist rund 2,5 Stunden später wieder bei seiner Familie.

Was das jetzt alles mit St. Martin zu tun hat?
Nun, das geschilderte Happy End mag vielleicht gar nicht so ungewöhnlich sein. Aber die Art und Weise, wie mir/uns geholfen wurde, war es umso mehr. Insbesondere wenn man bedenkt, dass der Verein seine „Schwerpunkte” in ganz anderen Tierschutz-Bereichen hat und damit rund um die Uhr ausgelastet ist.

Und es war neben all der ganzen Unterstützung ganz besonders ein Detail, an das ich mich wahrscheinlich mein Leben lang erinnern werde: Weil auf die Schnelle keine wärmende Decke greifbar war, hatte der Vereinsvorstand kurzerhand seinen eigenen Pullover für Toni in die Transportbox gepackt. St. Martin’s berühmter Mantel hatte für mich (und Toni) ab diesem Moment eine neue Form. Buchstäblich grenzenlose Tierliebe (Tierisch Grenzenlos e.V.!) ebenso.

Ich danke diesem tollen Verein nochmals von ganzem Herzen für die Unterstützung und diese Erfahrung. Sicher auch im Namen von Tonis Frauchen.
Danke auch an Emma Anmut, die den kleinen Ausreißer noch vor mir entdeckt hatte und an die freundliche Dame vom PÜD Bamberg, Frau Haderlein, die uns beim Einfangen unterstützte.

toni_d