FRODO (ehem. PLUTO)

2016-12-22-05-56-23Liebes Tierisch Grenzenlos –Team,
diese Zeilen zu schreiben, fällt uns unglaublich schwer. Unser tapferer Frodo Mausbär, der erst am 17.01.2015, bei uns einzog, ist am 27.11.2016, dem ersten Advent, über die Regenbogenbrücke gegangen, weil seine Nieren aus irgendeinem Grund versagten.
In der Nacht, als er bei uns ankam, war er noch schüchtern und zurückhaltend. Das änderte sich nach zwei Wochen jedoch schlagartig: Knallfrosch oder kleiner Knalldrache wurden daher schnell zu seinen liebevollen Beinamen.
Wir hatten mit unserem Frodo die mitunter lehrreichste und gleichzeitig schönste Zeit unseres Lebens: anstrengend und herausfordernd, aber zugleich so bereichernd, lustig und voller Liebe und Zuneigung.
Frodo hat seinem, vom nordischen und altenglischen abgeleiteten, Namen von Anfang an alle Ehre gemacht: Er war so ein glücklicher Hund, der sich über Kleinigkeiten freuen konnte wie kein anderer, aber immer nur mit seinem „Schaf“. Er sprang dann mit einem Hechtsprung auf sein Lieblingsstofftier, wirbelte es umher und hüpfte dabei herum wie ein kleines Zicklein. Schlimm nur, wenn er es nicht rechtzeitig fand, um sich ausgiebig zu freuen: dann suchte er es ganz verzweifelt und tapste fiepend und jammernd solange herum, bis er es unter seinen Decken fand… und dann ging wieder die Post ab. Unser kluger kleiner Mausbär mauserte sich mit der Zeit in den Hundeschulen zu einem wahren Musterschüler und zeigte, wie schlau und gelehrig er war. Ganz stolz und streberhaft zeigte er dann vor den anderen Hunden, was er wieder Neues gelernt hatte. Ab und zu packte es ihn dann aber doch, und er musste seine „Lieblingsfeinde“, die ihm bei seinen Übungen gerade zusahen, schnell anpöbeln. „Lieblingsfeinde“ von Frodo waren so ziemlich alle Labbis und Retriever sowie sein „Hasskumpel“ Buddy, der dummerweise Frodos beste Hundfreundin Daggi genauso toll fand, wie Frodo selbst… und dazu noch unkastriert war (das ging ja mal gar nicht).
Sein überschäumendes Temperament, seinen Übermut und Sturkopf hat Frodo nie verloren. Er liebte es, sich in Sachen hinein zu steigern. Wollte er sich unbedingt aufregen, so tat er es auch, auch wenn er wusste, dass es „Ärger“ gibt. Ich hatte bis dato noch nie einen Hund gesehen, der sich, um einem seiner „Lieblingsfeinde“ hinterher zu bellen, um das Bein des Frauchens klammerte, um dann an ihrem Knie vorbei zu bellen, weil sie ihn von dem vorbeilaufenden Hund abdrängte. Mein Frodo konnte das sehr wohl!
Auch seinem unbändigen Jagdtrieb nach Kaninchen liebte er nachzugehen… auf seine ganz eigene Frodo-Weise: sah er an einem Ort mal einen Hasen sitzen oder rennen, überschlug er sich fast, bellte und fiepte wie verrückt und wollte unbedingt hinterher, mit gefühltem Düsenantrieb und 20 Beinen statt vier… manchmal auch gefühlte Stunden später noch! Ganz nach seinem Motto: Wo einmal ein Hase war, ist immer ein Hase! Basta!
Ja, das Mäusebuddeln war auch so eine Sache! Frodo liebte Mäusebuddeln für sein Leben gern! Und zwar mit vollem Körpereinsatz, wie alles was er tat. Er biss dann ganz Erdbrocken heraus, zerpflückte das Gras in Einzelteile und verausgabte sich dermaßen, dass er zum Schluss sogar im Liegen „weiterbuddelte“.
Frodo liebte den Wald und die Wiesen, im Gegensatz zu Wasser im Allgemeinen und den Wellen am Meer im Speziellen… er konnte sie stundenlang ins Wasser zurückbellen und ärgerte sich ganz schrecklich, dass die blöden Dinger aber auch immer wieder zurückkamen… ebenso wie die blöden Möwen. Einmal verbellt und verjagt, setzten die sich doch tatsächlich ein paar Meter von ihm entfernt wieder in den Sand… das ging ja mal gar nicht! Außer Rand und Band konnte er dann mit mir stundenlang am Strand entlang toben… und so einige Male riss mich dieser – Zeit seines Lebens – 18 Kilo-Hund, dann mit der Kraft eines Molossers fast von den Füßen, weil er das Ende seiner 20-Meter – Schleppleine völlig vergaß!
Das Schönste an unseren langen Spaziergängen, Wanderungen und Joggingrunden war, dass Frodo sie seit seiner Goldimplantation im September letzten Jahres absolut schmerzfrei genießen konnte. Laut seinen tollen Tierärzten und seiner lieben Physiotherapeutin war das ein absolutes Wunder.
Unser Frodo machte fast alles gerne mit: er fuhr Boot, Bahn und Fähre… alles bereitete ihm Null-Probleme… alles, außer das Baden und Autofahren… ausdauernd und stundenlang bellte und hechelte er dann wie verrückt, sogar nach fast zwei Jahren noch. Egal, ob man ihn ignorierte, mit Leckerchen versuchte zu bestechen, ihn in den Arm nahm, ihn in die Box steckte oder auf der Rückbank anschnallte, er bellte und bellte. Die Angst vor dem Autofahren war das einzige, was wir ihm leider nicht nehmen konnten… alles andere schon!
Egal, wo wir mit Frodo auftauchten, der kleine Wusel schaffte es immer, alle Blicke auf sich zu ziehen und den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Selbst auf fremde Menschen ging er nach und nach immer mehr zu und genoss sämtliche Streicheleinheiten in vollen Zügen! Stundenlang konnte er sich seine flauschigen Ohren kraulen und kneten lassen… wurde man des Streichelns müde, bohrte er einem seine Nase in die Handfläche und stupste so lange an den Leuten herum, bis sie endlich nachgaben. Am liebsten kuschelte er sein Köpfchen bei uns in die Handfläche und konnte so stundenlang vor sich hin dösen!
Wir werden Dich nie vergessen, mein kleiner wilder, tapferer Mausbär! Du hast uns zur rechten Zeit gefunden und uns die schönste Zeit beschert! Leider konntest Du nicht lange bleiben…und ich musste Dich schweren Herzens gehen lassen.
Nun renn, frei wie der Wind, mein Schatz, und warte auf der andere Seite des Regenbogens, bis wir uns wieder sehen!

Sabine B.