Kastrationsprojekt Lesbos 2018

Dieser Einsatz führte unsere Teamkollegin Bettina im Spätsommer 2018 wieder auf die Insel Lesbos. Vor einigen Jahren haben wir schon mit Bettinas Hilfe die Tierauffangstation von Dimitra aufgelöst (nachdem sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, die Station weiter zu betreuen). Durch ihren, von Lesbos stammenden, Ehemann kennt sie die Situation dort sehr gut und weiß, dass die Fellnasen dieser Insel weiterhin auf die Hilfe von Tierschützern angewiesen sind, da es dort kein städtisches Shelter oder ähnliches gibt.
Vor zwei Jahren lernte Bettina beim Besuch der Insel Villi, Maria und Aggela kennen und hat mitbekommen, was die „Mädels“ dort ehrenamtlich so alles bewältigen. Täglich gibt es neue Herausforderungen, denn die drei versorgen nicht nur die Tiere ihrer kleinen privaten Auffangstation, sondern auch etliche Straßentiere, die zum Teil in alten Ruinen leben. Fast ununterbrochen sind sie im Einsatz und zahlen jeden Pfennig aus eigener Tasche!
Zwar ist es nach griechischem Gesetz strafbar, seine Tiere auszusetzen, aber die Besitzer kann man oft nicht ermitteln, da die Hunde und Katzen weder gechippt, noch registriert sind. Womit auch wieder gegen das gültige Gesetz verstoßen wird, denn in Griechenland besteht Registrierpflicht! Aber wo kein Kläger, da kein Richter…
Leider können in der kleinen Station wirklich nur Notfälle aufgenommen werden, deshalb müssen viele Tiere auf der Straße mit Futter und Antiparasitenmitteln versorgt und bei Bedarf dem Tierarzt vorgestellt werden.
So viel privates Engagement im Zeichen des Tierschutzes muss unterstützt werden und so haben wir uns entschlossen einen Teil beizusteuern.
Mit Bettinas Unterstützung vor Ort konnten durch unsere Hilfe 3 Kater, 9 Katzen, 11 Hündinnen, 3 Rüden kastriert werden und einige Tiere bekamen wegen Verletzungen oder Infektionen die medizinisch notwendige Behandlung. Alle Tiere wurden zusätzlich mit Antiparasitenmitteln versorgt.

Kastrationen sind für den Tierschutz oberstes Gebot! Denn ohne dies kann die Situation sich nicht entspannen und verbessern. Wenn man bedenkt, dass jede geschlechtsreife Hündin pro Wurf 5 bis 10 Welpen gebärt und das mit großer Wahrscheinlichkeit zweimal jährlich, dann muss man kein großer Rechenkünstler sein. Oder eine Katze bekommt im Jahr zweimal Nachwuchs, dann ergibt das nach 10 Jahren über 80 Millionen Kätzchen…

Ein großes DANKESCHÖN an Dr. Evangelos Chatzistavros, der die Kastrationen durchführte und immer ein offenes Ohr für die freiwilligen Helfer vor Ort hat und an Dr. Dimitrios Malakis und Dr. Panagiotis Antoniou, die sich um die Beschaffung der Medikamente, Wurmkuren und Antiparasitenmittel kümmerten.

Für den Tierschutz heißt Kastration, dass es weniger notleidende Katzen und Hunde gibt und eine Überpopulation lässt sich langfristig nur so eindämmen. Gerade in Ländern, in denen es sehr viele „Straßentiere“ gibt, ist dies umso wichtiger.

Durch Eure Spenden ist es uns möglich solche Projekte durchzuführen, Hilfe zu bieten und vor allem auch nachhaltig zu unterstützen.
Gemeinsam kann man etwas bewegen – gemeinsam sind wir stark!